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Hundekrankenversicherung

Was bedeutet die neue GOT für Hundehalter?

Ronny WagnerAktualisiert am
Was bedeutet die neue GOT für Hundehalter?

Die neue Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) seit 2022 einfach erklärt: was sich geändert hat und was die Reform konkret für dich als Hundehalter bedeutet.

Was die neue Gebührenordnung für Tierärzte für Hundehalter bedeutet, ist schnell gesagt: Der Tierarztbesuch ist seit 2022 spürbar teurer geworden – und zwar auf einer festen, gesetzlichen Grundlage. Viele bekommen das erst mit, wenn die Rechnung höher ausfällt als erwartet, und fragen sich, ob da etwas falsch gelaufen ist. Ist es nicht. Es ist die neue GOT.

Ich erklär dir in diesem Artikel ganz ohne Fachchinesisch, was die GOT überhaupt ist, was sich 2022 geändert hat – und was das konkret für dich und deinen Hund heißt. Am Ende weißt du, warum dieselbe Behandlung mal günstiger und mal viel teurer abgerechnet werden darf, und wie du dich vor den Mehrkosten schützen kannst.

Was die GOT überhaupt ist

Die GOT ist die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte. Stell sie dir wie eine gesetzlich festgelegte Preisliste vor: Sie bestimmt, was eine tierärztliche Leistung mindestens kosten darf – von der Impfung über das Röntgen bis zur OP. Jede Praxis in Deutschland muss sich daran halten. Dein Tierarzt darf also nicht einfach frei Phantasiepreise machen, aber auch nicht beliebig günstiger sein.

Wichtig ist das Wort „mindestens". Denn die GOT erlaubt eine Bandbreite, und genau die ist der Grund, warum zwei Hundehalter für dieselbe Behandlung unterschiedlich viel zahlen können. Dazu gleich mehr.

Was sich 2022 geändert hat

Die alte GOT stammte aus dem Jahr 1999. Seitdem gab es nur zwei pauschale Erhöhungen um je 12 Prozent, 2008 und 2017, und 2020 kamen die Notdienstregeln dazu. Die Reform, die am 22. November 2022 in Kraft trat, war die erste komplette Neufassung seit 1999. Mieten, Löhne, Geräte und Medikamente waren in dieser Zeit deutlich stärker gestiegen als die Gebühren – mit der Novelle wurde das nachgeholt.

Das Ergebnis: Laut Bundestierärztekammer sind die Gebühren im Schnitt um rund 20 bis 30 Prozent gestiegen. Eine pauschale Zahl für alles gibt es aber nicht – manche Leistungen wurden kaum teurer, andere deutlich. Der reine Gebührensatz einer Schutzimpfung zum Beispiel kletterte von 4,49 € auf 11,50 €, also auf mehr als das Doppelte.

Schon seit Februar 2020 gibt es außerdem eine Notdienstgebühr von 50 € netto, die die neue GOT übernommen hat: Wirst du nachts, am Wochenende oder an Feiertagen im Notdienst behandelt, kommt sie obendrauf.

Der Punkt, den kaum jemand kennt: der Steigerungssatz

Hier wird es für dich als Hundehalter richtig spannend. Die GOT nennt einen Grundpreis – aber der Tierarzt darf je nach Aufwand und Zeitpunkt das Ein- bis Vierfache davon abrechnen. Das nennt sich Steigerungssatz, und er erklärt, warum dieselbe Behandlung mal 80 € und mal 320 € kostet.

Grob lässt sich das so einordnen (Spannen, je nach Praxis und Situation):

SituationÜblicher SatzWas das bedeutet
Termin in der regulären Sprechstunde1- bis 3-facher Satzje nach Aufwand, Schwierigkeit und Praxis (§ 2 GOT)
Über dem 3-fachen Satz außerhalb des Notdienstesnur im begründeten Einzelfallvorher in Textform vereinbart (§ 5 GOT)
Notdienst nachts (18–8 Uhr), am Wochenende (Fr. 18 Uhr bis Mo. 8 Uhr), an Feiertagen2- bis 4-facher Satzplus Notdienstgebühr von 50 € netto (§ 4 GOT)

Das heißt für dich konkret: Nachts kosten allein die Untersuchung und die Notdienstgebühr schon rund 120 bis 170 Euro – mit Röntgen oder Ultraschall bist du schnell bei mehreren Hundert Euro. Und genau in solchen Momenten kannst du den Zeitpunkt nicht aussuchen. Dein Hund verschluckt sich nicht nach Terminkalender.

OP-Versicherung oder Krankenversicherung – was passt zur neuen GOT?

Wenn die Preise quer durch alle Leistungen gestiegen sind, lohnt sich der Blick auf die zwei Absicherungsformen.

Die Hunde-OP-Versicherung deckt nur Operationen ab. Sinnvoll, wenn dir vor allem die großen, seltenen Kostenschocks Sorgen machen.

Die Hundekrankenversicherung (Vollschutz) deckt deutlich mehr ab: OPs und ambulante Behandlungen, Diagnostik und Medikamente – Vorsorge wie Impfungen je nach Tarif meist nur über eine kleine Jahrespauschale. Und genau das passt zur neuen GOT, denn teurer geworden ist eben nicht nur die OP, sondern der ganz normale Termin, die Impfung, das Blutbild, der Notdienst.

Das bedeutet für dich konkret: Wenn dich die gestiegenen Alltagskosten stören, fängt eine reine OP-Versicherung sie nicht auf. Der Vollschutz dagegen federt genau die Behandlungen ab, die sich seit 2022 Termin für Termin summieren.

Worauf du beim Tarif achten solltest – die 3 wichtigsten Punkte

Verzettel dich nicht in zehn Tarif-Details. Gerade wegen der neuen GOT zählen vor allem diese drei:

  1. Erstattung bis zum vierfachen GOT-Satz. Im Notdienst ist das Vierfache der Höchstsatz – erlaubt ist er seit 2020, die neue GOT hat die Regel übernommen. Nur wenn dein Tarif den Höchstsatz mitmacht, bleibst du auch beim teuren Notdienst nicht auf einem Teil der Rechnung sitzen. (Genaue Leistungen immer im Tarif prüfen.)

  2. Hohe Jahresgrenze – oder gar keine. Manche Top-Tarife haben keine Jahreshöchstentschädigung. Achte aber auch auf Grenzen für einzelne Leistungen (z. B. Vorsorge, Physiotherapie, Implantate) und auf deine Selbstbeteiligung. Das bedeutet für dich: Ein teures Jahr mit OP plus mehreren Terminen bleibt deutlich besser kalkulierbar.

  3. Freie Tierarztwahl. Du willst zu deinem Tierarzt oder in die Klinik, der du vertraust. Am deutschen Markt ist das fast überall Standard – prüf trotzdem, ob Klinik und Notdienst bis zum hohen GOT-Satz erstattet werden. Gerade im Notfall zählt, dass du sofort dorthin kannst, wo dein Hund am besten versorgt ist.

Kurz erklärt: die Selbstbeteiligung

Viele schreckt das Wort ab. Ich erklär's immer mit einer Schublade: Stell dir vor, du hast daheim eine Schublade mit – sagen wir – 250 € drin. Geht dein Hund zum Tierarzt, wird zuerst aus der Schublade gezahlt. Ist sie leer, übernimmt die Versicherung das Weitere – im Rahmen deines Tarifs. Im nächsten Jahr legst du wieder 250 € rein. So bleibt dein Beitrag bezahlbar, und die großen Summen fängt trotzdem die Versicherung.

Was bedeutet das jetzt unterm Strich für dich?

Die neue GOT ist nichts, wogegen du dich wehren kannst – sie gilt für jede Praxis. Was du beeinflussen kannst, ist, wie sehr dich diese Preise treffen. Vor 2022 war der Tierarzt für viele eine überschaubare Position. Heute ist allein der Impftermin spürbar teurer, der Notdienst sowieso, und eine größere OP liegt schnell im vierstelligen Bereich.

Der eigentliche Wert einer Absicherung ist dabei nicht nur finanziell. Es geht darum, im Ernstfall nicht zwischen deinem Geldbeutel und der Gesundheit deines Hundes entscheiden zu müssen. Genau diese Entscheidung ist mit den höheren GOT-Sätzen für viele Halter näher gerückt.

Häufige Fragen zur neuen GOT für Hundehalter

Was bedeutet die neue Gebührenordnung für Tierärzte für mich als Hundehalter konkret? Dass der Tierarztbesuch seit dem 22. November 2022 im Schnitt rund 20 bis 30 Prozent teurer ist – auf gesetzlicher Grundlage. Besonders im Notdienst und bei aufwändigen Behandlungen summiert es sich.

Warum wurde die GOT überhaupt reformiert? Sie stammte im Kern von 1999; seitdem gab es nur zwei pauschale Erhöhungen um je 12 Prozent (2008 und 2017). Gestiegene Kosten für Personal, Geräte und Medikamente wurden mit der Reform auf einmal nachgeholt.

Warum zahle ich für dieselbe Behandlung manchmal mehr als andere? Wegen des Steigerungssatzes: Tierärzte dürfen je nach Aufwand und Zeitpunkt das Ein- bis Vierfache des Grundpreises abrechnen. Im Notdienst – nachts, am Wochenende und an Feiertagen – gilt mindestens der 2-fache Satz, je nach Aufwand bis zum 4-fachen.

Kann ich gegen die höheren Preise etwas tun? Gegen die GOT selbst nicht – sie ist verbindlich. Du kannst dich aber gegen die finanziellen Folgen absichern. Ein Tarif, der bis zum vierfachen Satz erstattet, fängt genau die teuren Fälle auf.

Reicht eine reine OP-Versicherung, um die neue GOT abzufedern? Nur bei Operationen. Die teurer gewordenen Alltagskosten – Diagnostik, Medikamente, Behandlungen beim Tierarzt – deckt sie nicht. Dafür braucht es den Vollschutz der Hundekrankenversicherung; Impfungen und Vorsorge sind auch dort oft nur über eine Pauschale oder erst in höheren Tarifstufen dabei.

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Hinweis: Alle genannten Beträge sind Richtwerte und können je nach Region, Klinik und Tarif abweichen. Leistungen und Bedingungen entnimmst du dem jeweiligen Tarif. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.

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