Erbkrankheiten bei Hund und Katze: Wer zahlt?

HD, Patella, Brachyzephalie, HCM: Bei erblichen und rassetypischen Diagnosen hat jede Tierversicherung eigene Regeln. Welche Klauseln greifen und wie du sie findest.
Hüftdysplasie beim Schäferhund, Patellaluxation beim Zwergspitz, Atemnot bei der Französischen Bulldogge, Herzmuskelerkrankung bei der Maine Coon: Das sind keine Zufälle, sondern die bekannten Schwachstellen bestimmter Rassen. Genau deshalb behandeln Versicherungsbedingungen sie anders als einen Unfall – und genau dort entscheidet sich, ob dein Vertrag im Ernstfall trägt.
Dieser Beitrag zeigt dir, welche Klauseln es gibt, wie verbreitet sie sind und wie du sie in einem Bedingungswerk findest, bevor du unterschreibst.
Warum diese Diagnosen anders behandelt werden
Eine Versicherung kalkuliert Zufall. Ein Mops, der mit zu engen Nasenlöchern geboren wird, ist aber kein Zufall – die Anlage war am Tag des Abschlusses schon da. Versicherer lösen dieses Problem mit vier Hebeln: Sie schließen die Diagnose aus, sie begrenzen sie der Höhe nach, sie verzögern sie über eine besondere Wartezeit, oder sie knüpfen den Schutz daran, dass die Erkrankung bei Abschluss nicht bekannt war.
Wichtig für das Verständnis der Bedingungen: Die Begriffe liegen übereinander, sind aber nicht dasselbe.
| Begriff | Was gemeint ist | Beispiel |
|---|---|---|
| Angeborene Erkrankung | Bei der Geburt vorhanden, muss nicht vererbt sein | Nabelbruch, Gaumenspalte |
| Erbkrankheit | Genetisch weitergegeben, bricht oft später aus | PKD bei der Perserkatze, HCM bei der Maine Coon |
| Rassetypische / rassebedingte Erkrankung | Folge des Zuchtstandards, bei dieser Rasse häufig | Brachyzephales Syndrom beim Mops, Bandscheibenvorfall beim Dackel |
| Vorerkrankung | Vor Abschluss bereits erkannt oder behandelt | Ein beim Welpenkauf schon diagnostizierter Herzfehler |
Ein Tarif kann „Erbkrankheiten: versichert" sagen und trotzdem die rassetypische Diagnose deines Hundes ausschließen. Deshalb lohnt es sich, beide Begriffe getrennt zu prüfen.
Erbkrankheiten beim Hund: HD, Patella und Brachyzephalie

| Rassetyp | Diagnose | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Große Hunderassen | Hüftdysplasie (HD), Ellbogendysplasie (ED) | Fehlentwicklung des Gelenks, führt zu Arthrose und Lahmheit |
| Kleine Hunderassen | Patellaluxation | Kniescheibe springt aus ihrem Gleitlager |
| Kurzköpfige Rassen (Mops, Französische und Englische Bulldogge) | Brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom (BOAS) | Verengte Nasenlöcher, zu langes Gaumensegel, enge Luftröhre |
| Chondrodystrophe Rassen (Dackel, Französische Bulldogge) | Bandscheibenvorfall | Frühzeitig verändertes Bandscheibengewebe, Druck auf das Rückenmark |
Für die beiden Bulldoggen haben wir das ausführlich aufgeschrieben: Hundekrankenversicherung für die Bulldogge zeigt, welche Diagnosen dort zusammenkommen und worauf du im Bedingungswerk zuerst schaust.
Erbkrankheiten bei der Katze: HCM und PKD
Bei der Katze sind es zwei Diagnosen, die in den Bedingungen immer wieder eigene Klauseln bekommen: die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), die häufigste Herzerkrankung der Katze, und die polyzystische Nierenerkrankung (PKD). Beide sind nicht heilbar, beide werden über Jahre behandelt – und genau deshalb treffen sie dort auf Jahresgrenzen und Erstattungssätze, nicht auf eine einmalige OP-Rechnung.
| Rasse | Diagnose | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Vor allem Maine Coon und Ragdoll | Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Verdickter Herzmuskel, häufigste Herzerkrankung der Katze |
| Vor allem Perser und Exotic Shorthair | Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) | Zysten in der Niere, kann zu chronischem Nierenversagen führen |
Eine Richtigstellung, die wichtig ist: FIP wird oft in einem Atemzug mit Erbkrankheiten genannt. Das ist sie nicht. FIP entsteht aus einer Infektion mit dem felinen Coronavirus, das im Tier mutiert. Rassekatzen und Jungtiere sind häufiger betroffen, der Auslöser ist aber ein Erreger. In den Bedingungen landet FIP deshalb regelmäßig bei anderen Klauseln – Infektionskrankheiten, Impfschutz, Wartezeit – und nicht bei den Erbkrankheiten. Wenn dir FIP wichtig ist, musst du danach gesondert suchen.
Was die Diagnosen kosten
Die Preise stehen in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Jede Leistung hat dort einen festen einfachen Gebührensatz, und nach § 2 Absatz 1 GOT darf dein Tierarzt davon das Einfache bis Dreifache ansetzen, im Notdienst nach § 4 GOT das Zwei- bis Vierfache. Die Sätze sind netto (§ 1 Absatz 3 GOT), die Umsatzsteuer kommt obendrauf.
Ein Hüftgelenkersatz, komplett vorgerechnet:
| GOT-Pos. | Leistung | Einfacher Satz (netto) |
|---|---|---|
| 16 | Allgemeine Untersuchung mit Beratung | 23,62 € |
| 166 | Röntgenaufnahmen, zwei | 53,06 € |
| 337 | Inhalationsnarkose | 61,57 € |
| 879 | Totalendoprothese | 731,40 € |
| 83 | Stationäre Unterbringung Hund, 3 Tage | 57,24 € |
| 16 | Nachkontrolle | 23,62 € |
| Summe, einfacher Satz netto | 950,51 € | |
| Dreifacher Satz inkl. 19 % USt | rund 3.393 € |
Und jetzt der Punkt, auf den es ankommt: Das Implantat ist in dieser Summe nicht enthalten. Verbrauchtes Material darf nach § 7 Absatz 2 GOT neben den Gebühren berechnet werden. Die Prothese kommt also obendrauf – ausgerechnet die Position, die manche Tarife besonders hart deckeln.
So liegen die anderen rassetypischen Eingriffe beim dreifachen Satz, inklusive Umsatzsteuer – jeweils mit Untersuchung, Narkose, stationärer Unterbringung und Nachkontrolle, bei HD und Patella zusätzlich mit zwei Röntgenaufnahmen:
| Eingriff | GOT-Pos. | Dreifacher Satz inkl. USt |
|---|---|---|
| Brachyzephalensyndrom, chirurgische Behandlung, komplett mit Untersuchung, Narkose, 1 Tag stationär und Nachkontrolle | 16, 337, 687, 83 | rund 2.197 € |
| Brachyzephalensyndrom, komplizierte Variante, komplett mit Untersuchung, Narkose, 2 Tagen stationär und Nachkontrolle | 16, 337, 688, 83 | rund 3.353 € |
| Hüftgelenkersatz (ohne Implantat), komplett mit Untersuchung, Röntgen, Narkose, 3 Tagen stationär und Nachkontrolle | 16, 166, 337, 879, 83 | rund 3.393 € |
| Femurkopfresektion als Alternative bei HD, komplett mit Untersuchung, Röntgen, Narkose, 2 Tagen stationär und Nachkontrolle | 16, 166, 337, 870, 83 | rund 1.209 € |
| Patellaluxation, mehrere Techniken kombiniert | 873 | rund 1.603 € |
| Bandscheibenvorfall komplett mit Untersuchung, MRT, Hemilaminektomie, zwei Narkosen, 3 Tagen stationär und Nachkontrolle | 16, 177, 337, 740, 83 | rund 4.835 € |
Keine dieser Summen enthält Medikamente, Material, Physiotherapie oder die zweite Seite – HD und Patellaluxation treten häufig beidseitig auf.
Wie die Tarife es regeln – die Auszählung
Für den Tierversicherungs-Kompass haben wir die Bedingungswerke von 89 Krankenvollversicherungs-Tarifen ausgewertet (Stand 21.09.2026). So verteilen sich die drei Felder, die die Tarifliste je Tarif ausweist:
| Erbkrankheiten | HD/ED | Patellaluxation | |
|---|---|---|---|
| Versichert | 16 | 29 | 28 |
| Begrenzt | 28 | 17 | 16 |
| Ausgeschlossen | 14 | 9 | 9 |
| Nur im Vertrag festgelegt | – | 3 | 5 |
| Summe | 58 | 58 | 58 |
Jeweils die 58 Tarife dieser Auswertung, die Hunde versichern.
Bei den 57 Tarifen, die Katzen versichern, sieht es ähnlich aus: Erbkrankheiten 19 versichert, 25 begrenzt, 13 ausgeschlossen. HD/ED 31 versichert, 14 begrenzt, 8 ausgeschlossen, 4 nur im Vertrag festgelegt.
Drei Dinge lassen sich daraus ablesen:
- Bei Erbkrankheiten ist „Versichert" der Ausnahmefall, nicht die Regel. Bei den Erbkrankheiten trifft es nur 16 von 58 Hunde-Tarifen. In 28 Tarifen sind sie begrenzt, in 14 komplett ausgeschlossen.
- Die drei Felder laufen nicht parallel. Ein Tarif kann HD/ED versichern und Erbkrankheiten begrenzen – oder umgekehrt. Du musst alle drei einzeln nachsehen.
- Bei Erbkrankheiten ist „Begrenzt" die häufigste Antwort – und die unbestimmteste. Wie stark begrenzt, steht erst im Bedingungswerk.
Brachyzephalie: hier gibt es keine Quote
Die Tarifliste führt kein Feld je Tarif für Brachyzephalie oder BOAS. Deshalb nenne ich dir dazu bewusst keine Zahl. In den Kurzbewertungen einzelner Tarife steht es aber oft genug, um das Muster zu zeigen – einmal als Stärke („HD/ED und BOAS nach 6 Monaten ohne gesonderte Summengrenze", „HD/ED/Patella/Brachy/angeborene Erkrankungen nach nur 6 Mon. WZ"), und mehrfach als harter Ausschluss („Brachycephales Syndrom und Kryptorchismus ausgeschlossen", „Angeborene/erbliche Erkrankungen inkl. Brachyzephalie und Epilepsie ausgeschlossen", „HD, ED, Patellaluxation, Brachyzephalie und weitere Erbkrankheiten ausgeschlossen"). Diese Spalte listet bewusst Stärken und Schwächen auf – daraus folgt nicht, wie verbreitet die Klauseln sind, wohl aber, dass du bei einer kurzköpfigen Rasse ausdrücklich nach BOAS suchen musst und dich nicht auf das Feld „Erbkrankheiten" verlassen kannst.
Die fünf Klauseln, an denen es hängt
1. Der harte Ausschluss. Die Diagnose ist nicht versichert, Punkt. Formulierungen aus den ausgewerteten Bedingungen: „Breiter Ausschluss angeborener und rassespezifischer Krankheiten", oder konkret benannt: „HD/ED/Patella/BOAS und 20 weitere Diagnosen komplett ausgeschlossen". Das ist die ehrlichste Variante, weil du sie sofort erkennst.
2. Der Deckel je Diagnose – für die gesamte Laufzeit. Die gefährlichste Klausel, weil sie nicht wie ein Ausschluss aussieht. Innerhalb einer Produktfamilie habe ich in der Auswertung dieselbe Konstruktion auf drei Höhen gefunden: „HD/ED/Patella/Lidanomalie nur einmalig 5.000 € je Diagnose für gesamte Laufzeit" im oberen Tarif, 2.500 € in der Mitte, 500 € im Einstiegstarif. Leg das neben die Rechnung oben: Ein Hüftgelenkersatz kostet in GOT-Positionen rund 3.393 Euro. Bei 500 Euro Lebensdeckel zahlt die Versicherung einmalig 500 Euro – und danach für diese Diagnose nie wieder etwas. Nicht in diesem Jahr, sondern nie.
Derselbe Mechanismus trifft Prothesen und Hilfsmittel separat: „Prothesen nur 500 €" und „Hilfsmittel 250 €/Prothesen 500 € für gesamte Laufzeit" stehen beide in der Auswertung – und zwar bei Tarifen, deren Jahresgrenze ansonsten großzügig ist.
3. Die besondere Wartezeit. Neben der allgemeinen Wartezeit – bei den 58 Hunde-Tarifen am häufigsten 30 Tage, in 12 Tarifen 90 Tage – gibt es für genau diese Diagnosen eine eigene, längere Frist. Die Spanne in den Kurzbewertungen reicht von 6 Monaten („Alle besonderen Wartezeiten nur 6 Monate (HD/ED/Patella, Prothesen, Gold)") über 12 Monate („Unbekannte angeborene Erkrankungen inkl. HD/ED/Patella versichert (OP nach 12 Mon.)", im selben Tarif zusätzlich „12 Monate Wartezeit auch für Entropium, Nabelbruch, med. Kastration") bis 18 Monate („18 Monate Wartezeit für HD/ED/Patella-OP und Prothesen"). Diese Werte stehen jeweils für einzelne Tarife, nicht für den Markt – aber sie zeigen die Bandbreite, nach der du fragen musst. Mehr dazu im Beitrag zur Wartezeit in der Tierversicherung.
4. „Nur wenn nicht bekannt". Eine faire und verbreitete Lösung: Der Schutz greift, solange die Erkrankung bei Abschluss nicht bekannt war. In der Auswertung liest sich das als „Unbekannte angeborene/erbliche Erkrankungen inkl. HD/ED/Patella versichert". Das bedeutet für dich konkret: Diese Klausel belohnt den frühen Abschluss und straft das Abwarten. Wer erst zum Tierarzt geht und dann die Versicherung sucht, hat die Tür hinter sich zugezogen.
5. Der Vorerkrankungsbegriff. Die stille Klausel. Entscheidend ist, ob „bekannt" heißt: diagnostiziert und dokumentiert – oder schon: Symptome waren erkennbar. Ein Tarif in der Auswertung wird dafür ausdrücklich gelobt („Vorerkrankungsbegriff objektiv"), was im Umkehrschluss heißt, dass es anders geht. Ein weiterer Tarif kommt ohne Sonderausschlüsse für HD/ED, Patella, Kreuzband und angeborene Leiden aus und regelt alles allein über die Vorerkrankungsregel – dort ist diese eine Klausel dann das ganze Spiel.
Warum der Abschluss im Welpen- oder Kittenalter entscheidet
Alle fünf Klauseln laufen auf denselben Zeitpunkt zu. Je früher der Vertrag beginnt, desto mehr davon arbeiten für dich statt gegen dich:
- Eine besondere Wartezeit von 18 Monaten läuft bei einem Welpen mit gut anderthalb Jahren ab – HD und Patellaluxation fallen zwar oft schon im ersten Lebensjahr auf, viele Fälle aber auch erst danach, und dann bist du geschützt. Beim fünfjährigen Hund läuft sie genau dann, wenn du sie brauchst.
- „Nur wenn nicht bekannt" ist beim Welpen ohne Befund erfüllt. Beim erwachsenen Hund mit einer Röntgenaufnahme in der Akte oft nicht mehr.
- Der Vorerkrankungsbegriff greift umso weniger, je weniger Vorgeschichte es gibt.
- Das Eintrittsalter schließt irgendwann zu: In den Kurzbewertungen stehen Tarife mit „Eintrittsalter max. 8 Jahre". Mehr dazu im Beitrag zur Hundekrankenversicherung für alte Hunde.
Umgekehrt gilt: Ein bereits diagnostiziertes Leiden bekommst du nicht mehr versichert. Das ist keine Schikane, sondern die Grundrechnung jeder Versicherung – und der Grund, warum der Rat „schließ ab, solange nichts ist" nicht nach Verkauf klingt, sondern einfach stimmt.
Worauf du achten solltest – die 4 Prüffragen
- Was steht bei „Erbkrankheiten", „HD/ED" und „Patellaluxation" – einzeln? Das bedeutet für dich konkret: Drei getrennte Antworten, nicht eine. Bei 58 Hunde-Tarifen sind Erbkrankheiten nur 16-mal uneingeschränkt versichert; dass HD/ED versichert ist, sagt darüber nichts.
- Gibt es einen Deckel je Diagnose für die gesamte Laufzeit? Das bedeutet für dich konkret: Such im Bedingungswerk nach „je Diagnose", „einmalig", „für die gesamte Vertragslaufzeit" und „Lebensdeckel". Ein Lebensdeckel von 500 Euro auf HD ist faktisch ein Ausschluss mit Trostpreis.
- Wie lang ist die besondere Wartezeit für genau diese Diagnosen – und gilt sie auch für die OP? Das bedeutet für dich konkret: Die allgemeine Wartezeit von 30 Tagen sagt nichts. Gefragt ist die Frist für HD, ED, Patella, Prothesen und, bei kurzköpfigen Rassen, BOAS.
- Wie ist „bekannt" definiert – und steht die rassetypische Diagnose deiner Rasse namentlich im Ausschlusskatalog? Das bedeutet für dich konkret: Bei Mops, Bulldogge, Dackel, Perser oder Maine Coon reicht das Feld „Erbkrankheiten" nicht. Lies den Ausschlusskatalog und suche den Namen deiner Diagnose.
Kurz erklärt: der Deckel je Diagnose
Stell dir zwei Eimer vor. Der erste ist die Jahresgrenze: Er wird jedes Jahr neu gefüllt. Der zweite ist der Deckel je Diagnose: Er wird einmal gefüllt, für das ganze Hundeleben. Ist er für „Hüftdysplasie" leer, bleibt er leer – auch wenn die Jahresgrenze noch randvoll ist und du weiter Beitrag zahlst. Deshalb kann ein Tarif mit unbegrenzter Jahresleistung bei genau deiner Diagnose schlechter abschneiden als einer mit 5.000 Euro Jahresgrenze.
Lohnt sich das?
Wenn du einen Mischling ohne auffällige Rassemerkmale hast, ist das alles zweitrangig – dann zählen Jahresgrenze, GOT-Satz und Erstattungssatz mehr. Wenn du einen Mops, eine Französische Bulldogge, einen Dackel, einen Schäferhund, einen Zwergspitz, eine Maine Coon oder eine Perserkatze hast, ist es die wichtigste Seite im Bedingungswerk. Deine Rasse hat eine wahrscheinliche Diagnose, und die steht in vielen Tarifen namentlich im Ausschlusskatalog.
Ehrlich gesagt: Einen Tarif zu finden, der die rassetypische Diagnose deiner Rasse ohne Deckel und ohne lange Sonderwartezeit versichert, ist Arbeit. Es ist aber die Arbeit, die den Unterschied zwischen einem Vertrag und einem nützlichen Vertrag macht. Und sie ist einmalig – danach läuft sie jahrelang für dich.
Häufige Fragen zu Erbkrankheiten und Rassediagnosen
Mein Hund ist eine Rasse mit bekanntem HD-Risiko. Wird er überhaupt versichert? In der Regel ja – die Frage ist nicht, ob du einen Vertrag bekommst, sondern was im Vertrag mit HD passiert. Bei den 58 ausgewerteten Hunde-Tarifen ist HD/ED 29-mal versichert, 17-mal begrenzt und 9-mal ausgeschlossen. Prüfe das Feld und den Deckel je Diagnose.
Was ist der Unterschied zwischen einer Erbkrankheit und einer Vorerkrankung? Eine Erbkrankheit ist in der Anlage von Anfang an da, auch wenn sie noch niemand gesehen hat. Eine Vorerkrankung ist bereits erkannt oder behandelt. Viele Tarife versichern genau die Schnittmenge: erblich ja, aber nur solange noch nicht bekannt.
Zählt eine Hüftdysplasie als Vorerkrankung, wenn sie beim Züchter röntgenologisch dokumentiert wurde? Das hängt am Vorerkrankungsbegriff deines Tarifs, und die Werke unterscheiden sich hier deutlich. Lege den Befund offen und lass dir die Antwort vor Abschluss schriftlich geben – mündlich ist diese Frage wertlos.
Deckt eine reine OP-Versicherung rassetypische Diagnosen ab? Soweit sie operiert werden, grundsätzlich ja – dieselben Ausschlüsse, Deckel und Sonderwartezeiten gelten dort aber genauso. Die konservative Behandlung, die Physiotherapie und die Dauermedikation sind in einer OP-Versicherung ohnehin meist nicht enthalten, und gerade bei HD und Arthrose macht das den Großteil der Kosten über die Jahre.
Gilt der Ausschluss auch für Folgeerkrankungen? Das ist eine der Stellen, an denen Bedingungen auseinandergehen. Wer HD ausschließt, kann die daraus entstehende Arthrose mit ausschließen – oder eben nicht. Das steht nicht im Tariffeld, sondern im Text des Ausschlusses.
Sind Erbkrankheiten bei Katzen anders geregelt als bei Hunden? Die Mechanik ist dieselbe, die Verteilung etwas günstiger: Bei den 57 Tarifen, die Katzen versichern, sind Erbkrankheiten 19-mal versichert, 25-mal begrenzt und 13-mal ausgeschlossen. Die rassetypischen Katzendiagnosen heißen anders – HCM und PKD statt HD und Patella –, aber sie landen in denselben Klauseln.
Dein nächster Schritt
Wenn du wissen willst, wie die Tarife bei Erbkrankheiten, HD/ED, Patellaluxation und den Sonderwartezeiten tatsächlich abschneiden: Wir haben die Bedingungswerke von 89 Krankenvollversicherungs-Tarifen für Hund und Katze durchgearbeitet und nach 12 Kriterien bewertet. Bewertet wurde die Bedingungsqualität, nicht der Beitrag.
Die komplette Tarifliste schicke ich dir als PDF zu. Kein Termin, kein Anruf – lies in Ruhe selbst nach.
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Hinweis: Alle genannten Beträge sind Richtwerte auf Basis der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT vom 15.08.2022, in Kraft seit 22.11.2022) und können je nach Region, Klinik und angesetztem Gebührensatz abweichen. Die Sätze des Gebührenverzeichnisses sind Nettobeträge; Beträge mit Umsatzsteuer sind als solche gekennzeichnet. Arzneimittel und verbrauchtes Material – darunter Implantate und Prothesen – dürfen neben den Gebühren berechnet werden (§ 7 Absatz 2 GOT) und sind auf der Rechnung gesondert auszuweisen, soweit sie nicht in den Gebührensätzen enthalten sind (§ 7 Absatz 4 Satz 2 GOT); die vorgerechneten Summen enthalten sie nicht. Die Angaben zur Tarifverteilung stammen aus dem Tierversicherungs-Kompass (Stand 21.09.2026, 89 ausgewertete Krankenvollversicherungs-Tarife auf Grundlage der Bedingungswerke der Versicherer); die genannten Verteilungen beziehen sich auf die 58 Tarife dieser Auswertung, die Hunde versichern, bzw. die 57, die Katzen versichern, nicht auf den Gesamtmarkt. Wörtlich wiedergegebene Klauselformulierungen stammen aus den Kurzbewertungen einzelner Tarife dieser Auswertung und stehen jeweils für diesen Tarif, nicht für den Markt. Die Angaben zu Rassedispositionen geben den allgemeinen veterinärmedizinischen Kenntnisstand wieder und sind keine Aussage über dein Tier. Für deinen Vertrag gilt ausschließlich dein eigenes Bedingungswerk. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung und keine Rechtsberatung.